Gemeinde Isenbüttel

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Mausoleum

 

der Adelsfamilie von Campe

Mausoleum der Adelsfamilie von Campe

Nach Mitteilung von Frau Carla Hooke, der Schwägerin des letzten Eigentümers Jordan von Campe, "...wird Isenbüttel in der Chronik dieser Familie zuerst 1293 im Zusammenhang mit Fischereirechten erwähnt.

Als Quelle wird dort das Copialbuch Riddagshausen angegeben".

1330 besitzen sie in Isenbüttel einen Hof, dessen Zehnten sie dem Kloster Isenhagen verkaufen (U.B. Campe, II, 632. S. 138 ff.).

Gemäß Lehnsbuch Herzog Friedrichs von Braunschweig und Lüneburg (1383 - 85 geschrieben) hatte Wigger von Campe drei Kothöfe zu "Isenbuttele" zu Lehen (Sudendorf, U.B. VI, Nr. 61, S. 65).

Herzog Heinrich von Braunschweig und Lüneburg belehnte lt. Lehnbrief von 1485 Jan von dem Campe mit "dem sodelhofe, seven buwehöfen, achte kothen, der schaperighe, der smedenn und der molen to isenbuettel" (dem Sattelhof - hiermit ist das spätere Gut gemeint, sieben Bauernhöfen, acht Kothöfen, der Schäferei, der Schmiede und der Mühlen zu Isenbüttel). (826, S. 293 f.)

Das Gut ist aber wesentlich älter. Man erkennt dies daran, dass seine Ackerflächen lt. Karten von 1815 (vor der Verkoppelung) mit den Flächen der Ackerhöfe zusammen in der Kernflur im Gemenge lagen, es ist also eine zeitgleiche Gründung zu vermuten, die mit einiger Wahrscheinlichkeit etwa in der Mitte des 10. Jahrhunderts angesetzt werden könnte.
Im 19. Jahrhundert wurde es allodifiziert (Umwandlung des Lehns in Eigentum), 1936 verkauft und aufgesiedelt.

Bemerkenswert war das so genannte Herrenhaus, ein eindrucksvoller Renaissancebau auf dem Grundstückdes jetzigen Kindergartens in der Ortsmitte gelegen. Das Baujahr kann für das 16. Jahrhundert vermutet werden, da die Schnitzereien an Schwellen, Stielen und Riegeln in das Ende dieses Jahrhunderts gesetzt wurden. Das Jahr 1689, welches in einer Inschrift vermerkt war, wurde allgemein als Datum einer umfassenden Erneuerung und Erweiterung des Gebäudes in östliche Richtung angenommen.  Dieser östliche Teil war wesentlich schlichter gestaltet.

Um das Herrenhaus herum gruppierten sich die verschiedensten Wirtschaftsgebäude, auf dem Hofe ist auf alten Bildern auch noch ein sehr stimmungsvolles Brunnenhäuschen zu erkennen.

Leider ist von all dem heute kaum noch etwas erhalten. Nach dem fortschreitendem Verfall und Abbruch von Scheunen und Ställen wurde 1972 von der Gemeinde als Eigentümerin auch das Herrenhaus wegen Baufälligkeiten abgebrochen. In veränderter Form ist noch das Molkenhaus (Gutsstraße 12) vorhanden.

Das Geschlecht derer von Campe verfügte über ein Erbbegräbnis in der Nordseite des Chors in der alten Kirche. Mit dem Bau der neuen Kirche 1872 - 1874 wurde dieses Recht wegen Streitigkeiten nicht erneuert. So bauten sich die von Campe ihr eigenes Mausoleum, welches heute noch erhalten ist. Es wurde dankenswerterweise von dem Erben, Herrn von Lampert aus Hamburg, an die Gemeinde übertragen und von dieser wieder hergerichtet.  Die vorgefundenen sterblichen Überreste wurden dabei unter dem Fußboden im Untergeschoss wieder beigesetzt.



Literatur:

H. A. Schulz - Burgen, Schlösser u. Herrensitze im Raum Gifhorn-Wolfsburg
O. Kiecker u. H. Lütgens - Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover

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